Samstag, 20.03.2010
Tod auf Raten...
... für die Alte Schmiede.
Am Mittwoch wurde in aller Frühe die Südwand abgerissen - Gefahr in Verzug, hieß es. Dabei hatte die Brandruine erst kürzlich Windstärke 11 überlebt. Fragt sich, wann die übrigen Wände fallen. Aber da findet sich sicher noch ein gutes, legales und hochanständiges Argument, um wieder ein Stück altes Ruhrort in Raten platt zu machen.

Bild: Wolfgang van Ackeren
Freitag, 19.03.2010
Update des Updates...
Heute findet die Pressekonferenz zu den Duisburger Akzenten/Local Hero Woche statt. Das endgültige Programm wird bekanntgegeben und der Vorverkauf geht los. Und daher wird vermutlich heute der Lokalzeit-Beitrag zur Litera-Tour endlich gesendet werden. Vielleicht. Völlig ohne Gewähr...
Aber es lohnt sich unbedingt, sich über das fantastische Programm zu informieren. Vierzehn Tage lang wird es in Ruhrort rund gehen. Vierzehn Tage lang Ausstellungen in leerstehenden Ladenlokalen, Theater, Performances, Vorstellungen an und auf dem Wasser, Filme, ganz viel Musik von den Philharmonikern über Zweiraumwohnung bis hin zu Shanty-Chören und jeden Abend Live-Musik im Hübi an der Hafenpromenade. Vierzehn Tage Kulturparadies, bevor alles in Duisburg zur Wüste wird.
Donnerstag, 18.03.2010
Update WDR Lokalzeit
Der Beitrag wird heute abend (19.30 Uhr) gesendet. Wiederholung morgen früh (für alle) oder sieben Tage lang im Web.
Samstag, 13.03.2010
Wenig Zeit zurzeit...
... zum Bloggen. Die Rohfassung meines neuen Buches ist glücklicherweise schon fertig, aber in den letzten drei Wochen liefen die Proben für die "Litera-Tour" und ich habe versucht, so oft wie möglich dabei zu sein. Bis zur Pressekonferenz ist noch alles streng geheim, nur die neugierigeren Ruhrorter haben natürlich das eine oder andere mitbekommen. Gestern habe ich zum ersten Mal alle Szenen gesehen, es wurde ein Komplettdurchlauf gemacht mit ein paar komischen Passanten-Reaktionen am Rande. Die witzigste war der Kommentar zweier türkischer Männer, die die Pickelhaube des preußischen Polizeisergeanten Ebel interessiert musterten. "Was ist das denn? Ein Wikinger?"
Peter G. Dirmeier als Sergeant Ebel vor dem Haus Kaufmeister
Donnerstag hat die WDR-Lokalzeit bei uns gedreht. Derzeit ist der Beitrag für Montag, den 15. geplant (die Nicht-Niederrheiner können ihn sich am nächsten Tag in der Wiederholung im Gesamt-WDR-Programm oder im Internet ansehen). Aber das ist ohne Gewähr, bei solchen nicht so zeitgebundenen Beitragen kann sich das immer ändern. Jedenfalls hat da jeder die Möglichkeit, mal einen kleinen Blick auf die Litera-Tour "Das rote Licht des Mondes" durch Ruhrort werfen.
Sonntag, 28.02.2010
Fünfmal "Messerscharf"...
Samstag, 27.02.2010
Gestern...
Da war ich natürlich sehr neugierig, diese Kids einmal kennenzulernen und ging gerne auf Dr. Weber-Brosamers Vorschlag ein, doch als Überraschungsgast zum Ende der Museums-Tour dort aufzutauchen. Ich wurde dann auch kräftig mit Fragen gelöchert, was allen sehr viel Spaß machte.
Besonders hat mich beeindruckt, dass die ebenfalls mitgekommene Geschichtslehrerin mir erzählte, die Schüler würden sich freiwillig nach der Zeit, in der das Buch spielt erkundigen und sich jetzt ganz begierig mit einem Geschichtskapitel, nämlich der 48er Revolution befassen, für dass sie sonst kaum Interesse fände.
Ich fand es wirklich großartig, diese Schüler zu treffen!
Sonntag, 14.02.2010
Leserunde bei der Büchereule
Donnerstag, 11.02.2010
Ein wahres Wort
Ich habe mich heftig aufgeregt über dieses von der "seriösen" Literaturkritik hochgejubelte Gör Helene Hegemann, die, nach dem man sie beim Klau erwischt hat, noch die Dummdreistigkeit besitzt, vom "Urheberrechtsexzessen"zu sprechen. Wenn man für seinen Lebensunterhalt nicht arbeiten muss und Papa einem sogar noch die Bücher, aus denen man abschreibt, kauft, ist es leicht, geistiges Gut als Freeware zu fordern, auch wenn die Urheber vielleicht darauf angewiesen sind, ehrliches Geld damit zu verdienen.
Aber besser als ich kann Bettina Röhl bei Welt Online das alles erklären. Und schön, wie sie diejenigen, die das zusammenkopierte Werk zur Hochliteratur und die Schnipplerin zum Wunderkind erklärt haben, gleich mit abwatscht. Bravo! Und danke, Andreas Izquierdo, für den Link!
Dienstag, 09.02.2010
Das filmforum darf nicht sterben!
Pathetisch, dieser Satz. Lächerlich kitschig. Wenn es nicht so ernst wäre. Das filmforum, das älteste Kommunale Kino Deutschlands und eins der Besten dazu, soll dem Sparzwang der Stadt zum Opfer fallen. Die jährlichen Zuschüsse zum Ausgleich des Minus bei den laufenden Kosten sollen ab 2011 wegfallen, plant man bei der Stadt. Der Zuschuss liegt zwischen 300.000 und 350.000 Euro - kaum eine Summe, die die Stadt aus ihrer schlimmen Lage befreien könnte. Aber ohne dieses besondere Kino würde die Stadt unendlich viel verlieren.
Es gibt in Duisburg kein Programmkino mehr, dieses Lücke füllt seit Jahren das filmforum. Es ist ein gelungener Spagat zwischen Nischenprogrammen und anspruchsvollen Filmen für ein durchaus breiteres Publikum. Und nicht zuletzt das meist ausverkaufte Open Air Kino vor der atemberaubenden Kulisse des Landschaftsparks Nord ist ein Event, dass nicht mehr wegzudenken ist.
Das filmforum hat eine eigene Filmsammlung mit dem Schwerpunkt amerikanischer Stummfilm. Und es sorgt dafür, dass Duisburger Bürger Filme über die Stadt, die im Stadtarchiv aufbewahrt wurden, aber kaum zugänglich waren, einem breiten Publikum bekannt gemacht wurden.
Und nicht zuletzt ist das filmforum die Heimat der Duisburger Filmwoche, des überaus renommierten Dokumentarfilmfestivals. Das würde wohl gleich mitsterben oder abwandern müssen. Es wäre jedenfalls nicht mehr dasselbe.
Mit dem filmforum verbindet mich ganz persönlich sehr viel. Ich hatte dort meinen allerersten Job nach dem Studium, eine ABM, die zwar die umfangreiche Filmplakatsammlung aus den 50er und 60er Jahren zum Inhalt hatte, mich aber mit dem Tagesgeschäft und allem anderen in Berührung brachte. Tag für Tag saß ich Kai Gottlob, dem Leiter, am Schreibtisch gegenüber und bekam seine Leidenschaft für die Filme hautnah mit. Wenn ein neuer Film für die Sammlung angeschafft und geliefert wurde, rissen wir das Paket auf, bauten manchmal sogar den 16mm-Projektor im Büro auf und warfen die Klassiker wie z.B. "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" mit John Barrymore an die Wand. Er steckte mich an mit seiner Vorliebe für amerikanischen Stummfilm - obwohl ich glaube, dass er meine Leidenschaft für Rudolph Valentino nicht unbedingt teilte...
Im Café Movies am Dellplatz kann sich jeder in eine Unterschriftenliste für den Erhalt des filmforums eintragen. Rund 3000 Menschen haben das bereits getan. Sorgt alle dafür, dass es noch viel mehr werden!
Wer sich noch näher informieren möchte und die vielen Solidaritätsmails lesen möchte, kann das hier tun.
Dienstag, 02.02.2010
Die Alte Haniel Schmiede ist abgebrannt
Gestern Morgen habe ich mich nur über viel Blaulicht in der Nähe der Araltankstelle gewundert. Als ich zur Arbeit fuhr, war schon alle vorbei. Was ich da noch nicht wußte: es hatte gebrannt am Werfthafen. Und was da abgebrannt ist, war keinesfalls eine "leerstehende Lagerhalle" wie die Zeitungen meldeten. Es war die Alte Schmiede, zusammen mit dem alten Kranfundament bei der Kleinholz-Werft das älteste Industriedenkmal des Ruhrorter Hafens.
Der Verein Kulturwerft e.V. hatte versucht, dem Gebäude neues Leben einzuhauchen, nachdem es bereits Pläne gab, den Denkmalschutz aufzuheben und es abzureißen, um dann das Gelände anderweitig zu nutzen. Dort sollte stattdessen ein Kultur- und Veranstaltungsraum für Ruhrort entstehen - eine Idee, die den Denkmalschutz darin bestärkte, dass es doch noch eine Nutzung für das Gebäude geben könnte.
Monatelang hat der Verein den Besitzer Duisport darauf aufmerksam gemacht, dass das Denkmal weder ausreichend gesichert noch genügend als Denkmal gekennzeichnet war. Mit den historischen Holzdecken und -treppen innen war von Anfang an klar, dass ein Brand verheerende Folgen haben könnte und genau das ist jetzt eingetreten.
Es war übrigens Brandstiftung.